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Mittelstand · Veröffentlicht am

Website-Relaunch für Unternehmen: Was passiert mit euren alten URLs?

Für Unternehmer: Alte URLs beim Website-Relaunch behalten, passend weiterleiten oder entfernen – mit Entscheidungsbogen, Beispielen und Prüfliste.

Über die alte Adresse entscheidet die Aufgabe der Seite.

Ihr lasst die Unternehmenswebsite erneuern. Das Design ist abgestimmt – aber was passiert mit dem Link aus einem alten Angebot, einer gespeicherten Leistungsseite oder einem gedruckten QR-Code? Für Geschäftsführung und Projektverantwortliche lohnt sich vor der Veröffentlichung eine eigene Entscheidung je alter Adresse. Unsere Empfehlung: Erst die bisherige Aufgabe und den weiter benötigten Inhalt klären, dann über Behalten, Umziehen, Zusammenführen oder Entfernen entscheiden. Ein schönes neues Menü beantwortet diese Frage noch nicht. Dieser Beitrag ist ein Arbeitsvorschlag für diese begrenzte Aufgabe, keine vollständige Relaunch-Anleitung und kein Versprechen unveränderter Rankings.

Nicht nur das aktuelle Menü inventarisieren.

Google nennt zur Bestandsaufnahme Sitemap, Redaktionssystem, Zugriffsprotokolle und Search-Console-Verweise. Auch Dateien können eigene Einstiege sein. Unser Zusatz: Fragt im Team nach Links in Angeboten, E-Mail-Vorlagen und Drucksachen. Notiert die jeweilige Aufgabe. Fehlende Messdaten bedeuten „unbekannt“, nicht „niemand nutzt das“. Echte Kundenangebote oder personenbezogene Protokolldaten gehören nicht in eine öffentliche Projektliste.

Originalquelle: Google zur Bestandsaufnahme und URL-Zuordnung

Vier Entscheidungen – und ein offener Zustand.

Die folgende Einteilung ist unser eigener Arbeitsvorschlag für den Projekttermin. Entscheidet nach Inhalt und Betriebsbedarf, nicht allein nach dem Alter einer Seite. Wenn Informationen fehlen, bleibt die Zuordnung ausdrücklich offen. Ein leeres Zielfeld ist noch keine Freigabe zum Löschen.

  • Behalten: Angebot und Seitenaufgabe bestehen weiter. Prüft zuerst, ob die bisherige Adresse bleiben kann, auch wenn Gestaltung und Text überarbeitet werden.
  • Umziehen: Dieselbe Aufgabe erhält eine andere Adresse. Benennt das konkrete neue Ziel und lasst die dauerhafte Weiterleitung technisch umsetzen.
  • Zusammenführen: Mehrere Seiten bekommen einen gemeinsamen Nachfolger. Haltet fest, welche bisher benötigten Informationen dieser wirklich übernimmt.
  • Entfernen: Der Inhalt entfällt bewusst und hat keinen passenden Ersatz. Dokumentiert den Grund und den vorgesehenen Fehlerstatus statt eines beliebigen Ziels.
  • Noch zu klären: Zuständige Person, fehlende Information und Entscheidungstermin festhalten. Ungeklärte wichtige Einstiege vor dem Start bearbeiten.

Ein Entscheidungsbogen mit sieben Feldern.

Legt für jede bekannte alte Adresse eine Zeile an. Der Bogen soll die fachliche Entscheidung von ihrer technischen Umsetzung und der späteren Prüfung trennen. „Weiterleitung eingerichtet“ und „Besucher erreicht den passenden Inhalt“ sind zwei verschiedene Prüfpunkte. Diese Vorlage ist eine eigene Planungshilfe von Klickunst, keine Google-Vorlage.

  • Alte Adresse und Fundstelle: Welcher genaue Link ist gemeint und wo wurde er gefunden? Bei relevanten Varianten diese gesondert notieren.
  • Bisherige Aufgabe: Welche Leistung, Information, Datei oder Kontaktmöglichkeit erwartet die Person dort?
  • Entscheidungsgrundlage: Welche Inhalte müssen bleiben, welche Nutzung oder Verweise sind belegt und was ist noch unbekannt?
  • Entscheidung und Begründung: Behalten, umziehen, zusammenführen oder entfernen – mit einem kurzen sachlichen Grund.
  • Ziel oder Fehlerstatus: Konkrete endgültige Adresse beziehungsweise geplanter 404/410-Status. Ein ungeklärtes Ziel sichtbar markieren.
  • Verantwortung: Wer bestätigt Inhalt und Entscheidung, wer setzt sie um und wer prüft das Ergebnis?
  • Prüfergebnis: Datum, beobachteter Status, tatsächliches Ziel und inhaltliche Prüfung notieren. Abweichungen bekommen eine zuständige Person.

Fiktives Beispiel: vier Links eines Serviceunternehmens.

Ein frei erfundener Betrieb erneuert seine Website. Die folgenden Pfade sind nur illustrative Beispiele, keine Klickunst-Kundenadressen und kein Nachweis einer echten Migration. Die Geschäftsführung entscheidet gemeinsam mit den fachlich Verantwortlichen:

  • Die weiterhin angebotene Wartung bleibt unter /wartung erreichbar. Der neue Auftritt braucht dafür nicht automatisch einen neuen Pfad.
  • Der bisherige Link /kontakt.html soll direkt zur neuen Kontaktseite /kontakt führen. Geprüft wird auch, ob die dort gezeigten Kontaktwege stimmen.
  • Zwei ähnliche Leistungsseiten werden unter /objektservice zusammengeführt. Die Freigabe hängt daran, ob die neue Seite beide bisher relevanten Aufgaben tatsächlich erklärt – die bloße Überschrift genügt nicht.
  • Eine beendete Sonderaktion hat weder ein aktuelles Angebot noch einen ähnlichen Nachfolger. Die Entfernung wird dokumentiert; eine Weiterleitung auf eine inhaltlich unpassende Startseite ist dafür kein Ersatz.

Dauerhafter Umzug: passende Weiterleitung statt Umweg.

Google empfiehlt für dauerhafte URL-Wechsel möglichst serverseitige permanente Weiterleitungen; 301 und 308 kennzeichnen einen solchen Umzug. Wie sie eingerichtet werden, hängt vom tatsächlichen Hosting und System ab. Deshalb gibt es hier keinen pauschalen Code zum Einfügen. Lasst euch für die freigegebene Zuordnung zeigen, welcher Status und welches Ziel ausgeliefert werden. Eine nur vorübergehende Umleitung ist ein anderer Anwendungsfall.

Originalquelle: Google zu permanenten und temporären Weiterleitungen

Ein echter Fehlerstatus kann die richtige Entscheidung sein.

Nicht vorhandene Inhalte sind etwas anderes als umgezogene Inhalte. Googles Dokumentation erläutert: URLs mit 404 oder 410 werden nicht indexiert beziehungsweise im Laufe der Zeit aus dem Index entfernt. Auch ein HTTP-200-Erfolgscode garantiert keine Indexierung. Eine freundlich gestaltete Fehlerseite darf die Entfernung deshalb nicht durch einen falschen Erfolgscode verdecken. Betriebliche Rückfrage: Ist die Entfernung wirklich gewollt oder fehlt nur die neue Fassung einer weiterhin angebotenen Leistung?

Originalquelle: Google zu HTTP-Statuscodes und Indexierung

Vor und nach dem Start dieselbe Liste prüfen.

Google rät zu direkten Weiterleitungen, passenden Zielen und aktualisierten internen Links, Canonicals und Sitemaps. Mehrere Seiten dürfen zum tatsächlich zusammengeführten Inhalt führen; ein irrelevantes Sammelziel kann als Soft-404 gelten. Unsere praktischen Prüffragen folgen unten. Vorabtests ersetzen nicht die Kontrolle auf der öffentlichen Website.

  • Startet die Prüfung an der alten Adresse, nicht nur im neuen Menü. Kommt ihr an der fachlich freigegebenen Stelle an?
  • Stimmen der dokumentierte Status und das endgültige Ziel? Gibt es unerwartete Umwege oder Schleifen?
  • Erfüllt der Zielinhalt die bisherige Aufgabe? Kontrolliert auch mitgenommene Downloads und wichtige Abschnitte.
  • Führt der nächste sinnvolle Schritt weiterhin weiter – etwa zur richtigen Kontaktseite? Echte Anfragen nicht ungefragt als Test absenden.
  • Sind entfernte Inhalte als solche erkennbar und liefern sie den vereinbarten Fehlerstatus statt einer vermeintlich erfolgreichen leeren Seite?
  • Sind Auffälligkeiten mit Datum, Nachweis und zuständiger Person dokumentiert? Ein Häkchen ohne geprüften Aufruf genügt nicht.

Originalquelle: Google zu passenden Zielen und Prüfung beim Umzug

Den Übergang betreuen, nicht am Veröffentlichungstag abhaken.

Google empfiehlt Weiterleitungen möglichst lange, generell mindestens ein Jahr; für Besucher kann länger sinnvoll sein. Suchergebnisse können beim Umzug schwanken. Vereinbart, wer Auffälligkeiten nach dem Start prüft. Ein erfolgreicher Browseraufruf belegt Erreichbarkeit, nicht erhaltene Rankings. Legt auch fest, wer eigene Vorlagen und gedruckte Einstiege aktualisiert.

Originalquelle: Google zur Dauer von Weiterleitungen und Beobachtung

Mit der bisherigen Website ins Projektgespräch gehen.

Klickunst entwickelt Unternehmenswebsites mit verständlichen Inhalten, Seitenstruktur und technischem SEO-Fundament. Bei einem bestehenden Auftritt klären wir auch den Umgang mit wichtigen Inhalten und Adressen; der konkrete Umfang wird im Projekt vereinbart. Nico’s Kitchen ist ein belegtes Beispiel für eine von uns umgesetzte Website mit digitalen Speisekarten, jedoch kein Nachweis bestimmter Migrationsergebnisse oder Suchplatzierungen. Für den Einstieg reichen eure öffentliche Website-Adresse und die wichtigste Aufgabe des neuen Auftritts. Keine Zugangsdaten oder vertraulichen Kundenunterlagen im Kontaktformular mitsenden.

Projekt ansehen: Website und digitale Speisekarten für Nico’s Kitchen